Hier finden Sie offene Briefe und Stellungnahmen zur geplanten Umwidmung:


Betreff: Ein Plaedoyer aus dem fernen Alaska

OFFENER BRIEF

Von: Anna-Maria Mueller

Datum: 12.12.2016 13:45

An:
Bürgermeister Schneeberger
Stadtrat Dinhobl (Ressort: Bauen, Immobilien, Wirtschaftshof und Stiftungen)
Stadtrat Karas (Vizebürgermeister, Vorsitzender Umweltausschuss)
Stadtbaudirektor Dipl.Ing. Korzil
Robert Pfisterer, Umweltgemeinderat

Sehr geehrte Herren,

Ich bin in Oesterreich aufgewachsen und hab noch immer eine starke Verbindung zu meiner Heimat, auch wenn ich mittlerweile schon seit vielen Jahren in Alaska lebe. Bei meinem letzten Besuch in Oesterreich hat mir meine Freundin das Kultur.Gut.Natur vorgestellt. Es hat mich wirklich sehr beeindruckt was hier von so vielen Leuten mit so viel Muehe und Liebe aufgebaut worden ist. Ganz besonders hat mir das Programm gefallen, das mit Kindern unternommen wird, u.a. dass hier Kinder lernen koennen, wie man Gemuese selber ziehen kann, dass Gaertnern Freude macht und wie komplex die Natur rundherum ist. Das ist so gut gemacht, dass es wirklich als Beispiel dienen koennte fuer viele andere Orte, nicht nur in Oesterreich, auch in anderen Laendern, selbst hier in Alaska. Das ist mir und sehr vielen  anderen Leuten sehr viel wert. Ich hoffe das grosse Engagement das hier gezeigt wird ueberzeugt auch Sie, dass der Fohlenhof viel besser genutzt werden kann als fuer ein paar Reihenhaeuser, die nur ganz wenigen zu gute kommen wuerden.

Bitte bedenken Sie auch dieses: grosse alte Baeume sind mittlerweile eine Besonderheit. Abgesehen von ihrer praktisch unersetzbaren oekologischen  Rolle, geht mit jedem grossen Baum, der jetzt gefaellt wird, etwas verloren, das weder wir, noch unsere Kinder, noch unsere Enkelkinder wiedersehen werden. Grosse alte Baeume sind nicht wie Reihenhaeuser. Sie koennen nicht von heute auf morgen hingestellt werden. Nicht einmal ueber eine ganze Generation. Wollen wir wirklich eine Welt in der Kinder so etwas nur mehr in Maerchenbuechern und virtual reality cartoons sehen koennen? Nein, wir wollen das nicht und wir haben eine Wahl. Bitte bedenken Sie das. Bitte lassen Sie es nicht zu, dass das Areal des Fohlenhofs verbaut wird.

Danke.

Mit freundlichen Gruessen,

Anna-Maria Mueller
Alaska 99669, USA


Offener Brief von Silvia Bischof – 6.12.2106

Offener Brief an Bgm. Schneeberger
Beilage: Seminarzentrum Fohlenhof


Offener Brief von Dr. Gabriele Moder – 3.12.2016

Interessensgruppe „Akademiepark für alle“
Einwurfbox beim ehemaligen Lokal „Neufeld“
Hauptplatz 5
2700 Wiener Neustadt
kontakt@akademiepark.at

Herr Landesrat
Dr. Stefan Pernkopf
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten

3.12.2016

Sehr geehrter Herr Landesrat Dr. Pernkopf,

ich wende mich an Sie als Mitglied der Interessensgruppe „Akademiepark für alle“, da unser Anliegen von überregionaler Bedeutung ist.

Wiener Neustadt ist eine Natur im Garten – Gemeinde. Auf der Homepage finden sich unter den Kriterien für die Natur im Garten – Gemeinden folgender Absatz: Ein Gemeinderatsbeschluss zeigt, dass sich die Gemeinde wirklich verpflichtet, naturnahe und lebenswerte Grünräume zu schaffen. Über die gestalteten Grünräume hinaus achtet eine „Natur im Garten-Gemeinde“ selbstverständlich auch auf Naturräume, erhält ökologisch wertvolle Elemente wie Streuobstwiesen und fördert Pflanzen- und Tiervielfalt. Bürgerinnen und Bürger sollen an der Entwicklung der „Natur im Garten“-Projekte beteiligt werden und sie mit Leben erfüllen. Gemeinschaftsgärten beispielsweise oder frei zur Ernte zugängliche Obstbäume und Sträucher ergänzen den ökologisch gepflegten Grünraum wunderbar. 

Die aktuellen Entwicklungen in Wiener Neustadt sprechen leider eine andere Sprache: Es wird beabsichtigt, das örtliche Raumordnungsprogramm abzuändern. Im Änderungspunkt 2 der Kundmachung vom 14.11.2016 findet sich folgender Antrag: Die, zum Teil bereits bebaute, als Grünland Land- und Forstwirtschaft (Glf) gewidmete Teilfläche des Bereiches „Am Fohlenhof“ soll als Bauland Wohngebiet mit dem Zusatz „maximal zwei Wohneinheiten“ (BW-2WE) umgewidmet werden. 

Dieser Antrag liegt derzeit mit einer Einspruchsfrist bis 27.12.2016 auf und soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen zur Abstimmung gebracht werden.

Das angesprochen Gelände ist Teil eines historischen Parks, der bereits seit sehr langer Zeit besteht. Als Beilage finden Sie eine kurze geschichtliche Zusammenfassung zu dieser Anlage.

Derzeit ist der sogenannte Akademiepark das bedeutendste Naherholungsgebiet der Stadt Wiener Neustadt. Im zur Umwidmung aufliegenden Bereich befindet sich ein alter Baumbestand mit Eichen, Ahorn sowie vielen Lindenbäumen.

Neben den Erholungsmöglichkeiten für alle Bewohnerinnen und Bewohner und dem intakten Ökosystem in diesem Bereich ist das Umweltbildungszentrum kulturGUTnatur seit September 2014 höchst engagiert und erfolgreich tätig.

Ein Gemeinschaftsgarten mit einer Natur im Garten Förderung wurde in den Jahren 2014 und 2015 in dem nun zur Änderung eingereichten Areal eingerichtet. Dieser Garten wurde in den letzten eineinhalb Jahren im Rahmen zahlreicher Projekte von rund 1100 Schülerinnen und Schülern, aber auch von Hort- und Kindergartengruppen sowie ca. 300 Privatpersonen im Rahmen von Workshops besucht. Seite 2 von 2

Das Projekt „Klimaschutz geht durch den Magen“, das hauptsächlich im Garten des Vereins durchgeführt wurde, war unter den besten 3 Projekten beim Klimaschutzpreis Junior 2015.

Mit der Umwidmung als Bauland und der Vernichtung des Naturbestandes würden alle diese Aktivitäten, die für die Bevölkerung von größter Bedeutung sind, beendet.

Wir ersuchen Sie, Ihren Einfluss als politisch Verantwortlicher für den Bereich Umwelt, Landwirtschaft und Energie geltend zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gabriele Moder

Anlagen:
Geschichte Akademiepark und Fohlenhof 
Aktivitäten des Umweltbildungszentrums kulturGUTnatur

Das Schreiben ergeht per Mail an:
Christa Lackner, MBA MA, Geschäftsführung Natur im Garten
DI Katharina Haider, Geschäftsführung-Stv.; Fachliche Leitung Grünraum & Gemeinden
DI Peter Santner, Förderungen Natur im Garten
Petra Hirner, Msc, Natur im Garten Beraterin NÖ-Süd
Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft, Land Niederösterreich
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptmannstellvertreterin
Stadtregierung und Gemeinderat von Wiener Neustadt